Na, heute schon an Weihnachten gedacht?
Ja, Sie haben richtig gelesen. Weihnachten steht quasi vor der Tür – zumindest, wenn man unserem Kirchenjahr glauben mag. Dort steht nämlich am 24. Juni der Tag der Geburt Johannes des Täufers im Kalender. Genau ein halbes Jahr vor Heiligabend versetzt uns dieses Fest mitten hinein in die Weihnachtsgeschichte, direkt an den Beginn des Lukasevangeliums: Die viel zu alte Elisabeth, Engel, Prophezeiungen und ein neugeborener Sohn… „Sommerweihnacht“ heißt das Fest daher mancherorts.
So ungewöhnlich es ist, bei Badewetter an Weihnachten zu denken, so sehr passen dieser Mann und sein „Geburtstag“ doch auch zu dem, was zum Sommerbeginn in der Natur passiert: Die Tage werden schrittweise wieder kürzer und dunkler. Johannistag, Sommerweihnacht – ein Wendepunkt. Johannes der Täufer stand mit seinem ganzen Leben und Wirken für solche Wendepunkte: Er rief die Menschen am Fluss Jordan zur Umkehr und lenkte ihren Blick auf Jesus. Und da denke ich natürlich gleich an diejenigen, die im Juni bei unserem Tauffest an der Mulde getauft werden. Damals wie heute gilt: In der Taufe finden Menschen neue Hoffnung und eine neue Ausrichtung auf Jesus – und ich will mich anstecken lassen von so viel Hoffnung und Neuanfang! Ja, vielleicht ist es das, was unser Christsein ein Leben lang auszeichnet: Dass wir immer wieder neu anfangen, uns neu ausrichten lassen auf den, der an Weihnachten die Dunkelheit erhellt.
Wo auch immer Sie also gerade zwischen Juni und Dezember stecken… Denken Sie doch vielleicht schon mal an Weihnachten. Und vor allem: Halten Sie die Augen offen für die Wendepunkte in Ihrem Leben und in Ihrem Glauben. Wer weiß, wo der nächste Mensch auf Sie wartet, der Ihnen neue Wege zeigen kann?
Herzlich, Ihr Vikar Christian Boerger